Dirofilariose (Herzwurmerkrankung)

Die Herzwurmerkrankung (Dirofilariose) wird durch die Fadenwurmart „Dirofilaria immitis" verursacht, übertragen durch Stechmücken, die unter anderem in Süd- und Osteuropa auftreten. Durch das Vorkommen der Stechmücken in Rumänien kann ein Hund von Dirofilariose betroffen sein. Die Stechmücken nehmen beim Saugen an einem infizierten Hund die im Blutstrom kreisenden sogenannten Mikrofilarien (Larven) auf. Nach einer Weiterentwicklung der Larve in der Stechmücke, werden die infektionstüchtigen Larven dann durch einen erneuten Saugakt auf weitere Hunde (= Wirtstier) übertragen.

Die Larven entwickeln sich in der Unterhaut des Hundes innerhalb von ca. 2-3 Monaten erneut weiter und wandern von dort durch den Körper in die großen Blutgefäße. Im rechten Herzen und in den Lungenarterien verankern sie sich schließlich und reifen innerhalb von 6 Monaten zu adulten, also erwachsenen, Herzwürmern (Makrofilarien) heran. Ausgewachsene Herzwürmer sind 1 mm dick und 20-30 cm lang. Ihre Lebenserwartung beträgt ca. 7 Jahre. Die weiblichen Herzwürmer gebären Mikrofilarien, die im Blutstrom des Wirtstiers schwimmen und dann durch blutsaugende Stechmücken wieder aufgenommen werden, der Entwicklungszyklus des Parasiten ist abgeschlossen.

Endwirt und Erregerreservoir ist der Hund, aber auch andere Säugetiere wie Katzen und Füchse, sehr selten auch (immungeschwächte) Menschen.

Da Herzwürmer mehrere Jahre in ihrem Wirtstier leben, tragen unbehandelte Tiere zur Verbreitung der Parasiten bei. Aufgrund des langen Zeitraums von der Infektion zum Auftreten erster Symptome, wird eine Herzwurm-Erkrankung oft nicht gleich erkannt.

Durch die lange Entwicklungszeit der Herzwürmer und je nach Stärke des Befalls werden Symptome frühestens nach 6 Monaten beobachtet. Die Symptome sind sehr stark von der Anzahl der adulten Herzwürmer und ihrer Lokalisation abhängig. In leichten Fällen treten Stauungserscheinungen, allgemeiner Leistungsabfall und Konditionsverlust, Husten, Atemnot nach Anstrengung und Gewichtsverlust, geringgradige Anämie auf. In schweren Fällen kommen rechtsseitige Herzinsuffizienz mit starker Atemnot hinzu, Ascites (Bauchwassersucht) und peripheren Ödemen, Lebervergrößerung und Nierenfunktionsstörung, die Schleimhäute sind deutlich blass. Ferner besteht durch abgestorbene Würmer, entzündliche Prozesse und entstehende Blutgerinnsel ein hohes Lungenembolierisiko. Todesfälle sind möglich.

Die Diagnose wird über einen direkten Erregernachweis (Mikrofilarien-Ag, Knott-Test) im Blut gestellt. Die Blutprobe sollte möglichst zwischen 18 und 20 Uhr entnommen werden. Oder einen indirekten Erregernachweis, welcher Proteine nachweist, die von adulten Herzwurmweibchen ins Blut gelangen. Hier ist ein Ergebnis erst 5-6 Monate nach Infektion zu erwarten (Entwicklung adulter Weibchen).

Eine Dichtebestimmung von Filarien ist sinnvoll, da bei einer hohen Filariendichte während der Therapie mit Thromboembolien zu rechnen ist. Eine Mikrofilarien-Typisierung ist dann notwendig, wenn Mikrofilarien gefunden wurden, die Filarienart jedoch noch zugeordnet werden muss.

Auch bei symptomfreien Tieren ist es wichtig, die Diagnose zu stellen, damit sie erkannt und therapiert werden können und somit kein Erregerreservoir mehr darstellen.

Behandlung:

Eine Behandlungsmethode ist die Therapie mit Immiticide. Dabei handelt es sich um eine sehr schmerzhafte und nebenwirkungsreiche (erhöhtes Embolierisiko) Behandlungsmethode.

Deshalb behandelt unsere rumänische Tierärztin nach der schonenden Slow-kill-Methode. Die Therapie beginnt mit einer 30-tägigen Behandlung mit dem Antibiotikum Doxycyclin. Zusätzlich wird 1x pro Monat ein Spot on für die Dauer eines Jahres gegeben.

Wichtig ist, dass die Behandlung regelmäßig monatlich wiederholt wird und jede große Anstrengung des Hundes im ersten halben Jahr vermieden wird. Nach einem Jahr ist erneut auf Dirofilarien zu testen. Sind noch Würmer vorhanden, ist die Behandlung um 6 – 12 Monate zu verlängern.

Durch eine begonnene Therapie ist gewährleistet, dass die Hunde keine Überträger mehr sind!

Bitte in jedem Fall einen erfahrenen Tierarzt fragen, der mit dieser Behandlungsmethode vertraut ist!

Menschen können sich durch den direkten Kontakt mit einem infizierten Hund nicht anstecken.

 

 

 

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