Leishmaniose

Die Ansteckung an Leishmaniose erfolgt durch den Stich einer (weiblichen) Sandmücke der Gattung Phlebotomus. Leishmaniose tritt unter anderem in den Mittelmeerländern auf (z.B. Spanien, Frankreich, Italien, Malta, Griechenland oder Türkei). Rumänien zählt nicht zu den Mittelmeerländern, so dass Leishmaniose eher unwahrscheinlich ist. Ausgeschlossen werden kann es dennoch nicht, da die Krankheiten auch wandern. Die Sandmücke überträgt durch ihren Stich sogenannte Leishmanien. Leishmanien sind tierische Einzeller (Protozoen). Die Inkubationszeit ist sehr lang. Erste Anzeichen einer Infektion mit Leishmanien treten oft erst einige Monate nach einem Mückenstich auf, manchmal auch erst nach mehreren Jahren.

Symptome sind vielfältig und können plötzlich oder allmählich sowie einzeln oder gemeinsam auftreten. Dazu gehören bspw.:

Fieber, Schwäche, geschwollene Lymphknoten, Abmagerung/Gewichtsverlust, Vergrößerung der Leber, Vergrößerung der Milz, Bewegungsstörungen, Lahmheit, Augenentzündung, Erbrechen, Durchfall (kann auch blutig sein), Mundgeruch (durch Nierenschädigung), Blutarmut (Anämie)

Besonders auffallend sind oftmals:

  • Hautveränderungen/Hautentzündungen, die meist nicht jucken
  • offene oder verkrustete Wunden, die nicht abheilen
  • Ohrränder trocken, verkrustet und „ausgefranst"
  • Haarausfall um die Augen („Brillenbildung")
  • schnell wachsende Krallen
Um Leishmaniose zu diagnostizieren sind verschiedene Untersuchungen erforderlich.

Leishmaniose führt unbehandelt in den meisten Fällen zu einem langsamen Tod des Hundes (Tod durch Nierenversagen). Eine vollständige Heilung ist nicht möglich, d.h. die Krankheitserreger können nicht vollständig eliminiert werden. Ein Tierarzt kann allenfalls die Symptome lindern bzw. Medikamente zum Abklingen der Symptome einsetzen. Man spricht in einem solchen Fall auch von „klinischer Heilung".

Es stehen zahlreiche therapeutische Verfahren zur Verfügung, die individuell, je nach Erregerstamm, Konstitution und Hunderasse eingesetzt werden müssen. Für einen Therapie-Erfolg ist der Nachweis des Erregerstammes nötig. Die eigentliche Behandlung kann nur individuell erfolgen; es stehen mittlerweile verschiedene Präparate zur Verfügung, die grundsätzlich in Kombination und auf den jeweiligen Hund abgestimmt werden müssen. Je früher beim Auftreten von Symptomen und Erregernachweis mit der Therapie begonnen wird, desto besser.

Ein Leishmaniose-positiver Hund muss unbedingt geschont werden, Stress verschlimmert die Krankheit und führt dazu, dass die Symptome trotz klinischer Heilung erneut ausbrechen können.

Vorbeugend werden Spot-on-Präparate (wie Advantix oder Exspot), sowie Ungeziefer-Halsbänder (z.B. Scalibor) genannt. Mückenstiche können dadurch nicht vollständig verhindert oder ausgeschlossen werden, sondern nur das Risiko minimiert.

Mittlerweile existiert zur Vorbeugung eine Impfung. Der Impfstoff darf nur gesunden Hunden im Alter von über 6 Monaten verabreicht werden. Welpen oder kranke Hunde sind ausgeschlossen. Die Schutzimpfung kann eine bereits bestehende Erkrankung an Leishmaniose nicht heilen. Vielmehr bewirkt der Impfstoff lediglich eine Reduzierung des Risikos, an Leishmaniose zu erkranken. Eine Impfung führt nicht zu einem hundertprozentigen Schutz. Auch ein geimpfter Hund kann an Leishmaniose erkranken. Deshalb sollte auch bei geimpften Hunden auf eine zusätzliche Prophylaxe geachtet werden.

Die Leishmaniose ist eine auf den Menschen übertragbare Erkrankung (Zoonose). Das Risiko der Übertragung ist aber insgesamt als eher gering einzustufen, da die Sandmücke nur als „Zwischenwirt" fungiert und diese Mücken in Deutschland so gut wie nicht vorkommen. Eine direkte Übertragung einer Leishmaniose ist dennoch theoretisch von einem infizierten Hund auf den Menschen möglich, bspw. über offene Wunden, wenn diese mit Wundsekret des Hundes in Berührung käme. Das Risiko ist ebenfalls als gering einzustufen. Infizierte Hunde stellen in der Regel auch für Artgenossen keine Gefahr durch gemeinsames Spielen oder durch Körperkontakt dar.

 

 

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