Richtige Sicherung

das A und O für dein neues Familienmitglied

Immer wieder liest man von entlaufenen Hunden, oftmals gerade aus dem Ausland angekommen.

Hier ein paar Auszüge solcher Vermisstenmeldungen:

  • Übergabe mit Halsband – Besitzer gehen am Übergabeort Gassi – Hund erschreckt sich – schlüpft aus dem Halsband – rennt weg
  • Frauchen gestürzt – Leine losgelassen – Hund panisch weggelaufen
  • Scheuer Rüde – erst 2 Wochen in Deutschland - hat sich erschrocken – mit Leine entlaufen
  • Hündin sehr scheu, erst 1 Woche in Deutschland aus Garten entwischt
  • Hündin direkt nach Abholung aus dem Kofferraum gesprungen und geflüchtet
     

Erschreckende Meldungen, ausgelöst durch leichtsinniges Handeln und fehlende Aufklärung. Einige dieser Fälle enden tragisch. Die neu angekommenen Hunde bezahlen mit diesen und ähnlichen Fehlern oder Unachtsamkeiten mit ihrem Leben.

Oft reicht ein lautes Geräusch, der Hund erschreckt sich, wird panisch und reagiert instinktiv mit Flucht. Gerettet, um hier zu sterben? Das ist nicht Sinn des Tierschutzes. Retten bedeutet, verantwortungsvolles Handeln. Mit Verständnis für unsere Neuankömmlinge und den richtigen Vorkehrungen kannst du ein Entlaufen ganz einfach verhindern.

Warum kommt es überhaupt zu solchen Situationen?

Man muss sich in die Lage der Hunde versetzen:

Viele haben ein schweres Schicksal hinter sich. Schlechte Erfahrungen mit Menschen. Manche wurden von den Hundefängern mit der Schlinge eingefangen, so ist es verständlich, dass bereits ein leichter Zug durch die Leine erstmal Panik auslösen kann. Abgesehen davon kennen die meisten Hunde weder Leine, Halsband noch Geschirr. Alleine durch diesen Umstand können sie panisch reagieren. Die meisten mussten wochen-, monate- oder gar jahrelang in einem Zwinger ausharren. Plötzlich verändert sich für einen dieser Hunde alles - ein eigenes Zuhause ist gefunden, die Menschen freuen sich, bald soll ein neues Leben beginnen. Das alles weiß der Hund natürlich nicht.

Aus Sicht des Hundes passiert folgendes:

Er wird aus seiner vertrauten Umgebung gerissen, auch wenn es bisher nicht besonders komfortabel war, es war sein bisheriges vertrautes Leben. Er wird von seinen Pflegern und Hundekollegen getrennt, in eine Box gesteckt und auf eine ungewisse Reise geschickt. Nach langer Fahrt endlich angekommen, ist erstmal ALLES fremd. Die unbekannte Situation und die fremden Menschen verunsichern und verängstigen den Neuankömmling. Die Gefahr ist groß, dass er versucht zu flüchten. Er weiß nicht, dass nun alles besser werden soll. Der Hund muss erst erkennen, dass seine neuen Menschen keine feindlichen Absichten haben, er muss alles Neue in Ruhe kennenlernen und entdecken.

Im Bild oben siehst du den Unterschied: rechts normales Geschirr, links Sicherheitsgeschirr.
 

So einfach schützt du dein neues Familienmitglied vor dem Entlaufen:

  • Verwende kein normales Geschirr. Für einen panischen Hund ist es ein leichtes, sich rückwärts heraus zu winden!
  • Sicherheitsgeschirre mit einem zusätzlichen Gurt bieten besonderen Schutz und verhindern ein herauswinden. Voraussetzung: Das Sicherheitsgeschirr muss optimal angepasst sein! Zur einfacheren Handhabung kann der Hund dieses Geschirr anfangs Tag und Nacht tragen.
  • Verwende zusätzlich zum Sicherheitsgeschirr kein übliches Halsband, sondern ein Zugstopp-Halsband (-> optimal angepasst). Dieses zieht sich so zusammen, dass sich der Hund nicht rauswinden kann, ohne ihn zu würgen.
  • Sichere deinen Hund doppelt, d.h. mit einer Leine (Sicherheitsleine) am Zugstopp-Halsband, mit der anderen Leine (Führleine) am Sicherheitsgeschirr.
  • Durch das Befestigen der Sicherheitsleine an einem Bauchgurt verhinderst du ein Entwischen, falls dir die Führleine aus der Hand rutscht.
  • Optimal sind Leinen mit Schraubkarabiner. Diese können sich im Gegensatz zu normalen Karabinern nicht öffnen, bspw. wenn sich der Hund am Boden wälzt.
  • Die Leinen können ganz einfach mit einer leichten Kette (mit Panzertape befestigt) gegen ein Durchbeißen gesichert werden.
  • Benutze auf keinen Fall eine Flexi-Leine. Fällt diese aus der Hand, scheppert sie hinter dem Hund her, dieser rennt panisch davon, um diesem lauten Ding zu entkommen - erfolglos. Bleibt er noch irgendwo mit der Flexi-Leine hängen ist die Gefahr groß, dass er schlimmstenfalls gar nicht mehr gefunden wird.
  • Achte darauf, dass du Türen und Fenster nicht offenstehen lässt.
  • Die Haustüre sollte immer abgeschlossen sein. Manche Hunde können hochspringen und Türen öffnen.
  • Klingelt es an der Haustüre, achte vor dem Öffnen darauf, dass dein Hund gesichert ist und nicht entwischen kann, das gleiche gilt beim Hinein- und Hinausgehen.
  • In den Garten soll der Hund anfangs immer mit Leine (Schleppleine) gesichert und nur unter Aufsicht gelassen werden. Manche Hunde können Zäune mühelos überwinden, obwohl man die Höhe für ausreichend gehalten hatte. Erhöhte Stellen am Zaun können als Fluchtmöglichkeit genutzt werden. Ebenso können sich Hunde unter dem Zaun durchgraben.
  • Achte darauf, dass das Gartentor immer abgeschlossen ist.
  • Im Auto ist der Hund immer gesichert zu transportieren, ein kurzer Schreckmoment genügt und er kann durch geöffnete Autotüren oder den Kofferraum wegrennen.
  • Stelle sicher, dass sich alle im Haushalt lebenden Personen an die Regeln halten.
  • Leine deinen Hund niemals vor Geschäften an.
  • Lass deinen Hund in den ersten Monaten nicht ohne Leine laufen. Zunächst muss eine Bindung aufgebaut und der Rückruf sicher befolgt werden. Eine gute Möglichkeit dies ohne Risiko zu trainieren, bieten bspw. Hundeschulen, mit sicher und hoch genug eingezäuntem Gelände.
  • Mit einem GPS-Tracker kannst du von Anfang an auf Nummer sicher gehen, um deinen Hund im Fall der Fälle wiederzufinden.
 

Alle unsere Hunde sind bei Einreise bereits durch uns bei TASSO registriert.

 

Für die Übergabe gilt:

Nimm deine Verantwortung bitte ernst - ab der Übergabe ist Sicherheit das oberste Gebot.
Der Fahrer wird deinem Hund das Sicherheitsgeschirr und das Zugstopp-Halsband im geschlossenen Transporter anlegen.

  • Gehe bitte NICHT am Übergabeort spazieren.
  • Am besten und sichersten ist es im Auto eine Transportbox zu nutzen. Der Fahrer wird dabei behilflich sein, den Hund in die Box zu bringen. Zusätzlich hast du hier den Vorteil, diese sicher ins Haus tragen zu können und erst zu öffnen, wenn die Haustüre verschlossen ist.
  • Mach dich nach der Übergabe auf direktem Weg nach Hause. Denke daran, dass im Augenblick alles Stress ist für deinen neuen Hund.
  • Gelingt die Flucht, kostet es viel Zeit, Nerven und Geld den Hund im besten Falle wieder zu sichern.
  • Um Übergaben auf Rastplätzen o.ä. zu vermeiden, sind wir - soweit es die Möglichkeiten zulassen - immer darum bemüht, unsere Hunde an sicheren Übergabeplätzen zu übergeben.
 
Bitte beherzige diese einfachen Vorkehrungen zum Schutz deines neuen Familienmitglieds. Biete Sicherheit und gib ihm die Zeit, die er braucht, um sich an alles Neue zu gewöhnen, bis Vertrauen und eine sichere Bindung aufgebaut ist.
 
Sollte es dennoch passieren und dein Hund wider Erwarten entlaufen, benachrichtige bitte unverzüglich StreunerBlicke e.V. Stelle das Entlaufen vorerst nicht öffentlich. Bei Entlaufen ist nach Weisung von Profis im Bereich der Tiersicherung zu handeln.
 
Folgende Darstellung soll die richtige Sicherung noch einmal verdeutlichen:

 

 

 

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