Vermittlungsablauf

Wenn du mit dem Gedanken spielst, einem unserer Schützlinge ein Zuhause zu geben, lies dir die folgenden Informationen bitte aufmerksam durch.

Ein Leben mit Hund ist eine Entscheidung, die für viele Jahre eine große Verantwortung mit sich bringt. Mitleid alleine reicht bei weitem nicht aus, um einem Hund ein artgerechtes Leben zu bieten. Die Anschaffung sollte deshalb gut überlegt sein und nicht einfach aus dem Bauch heraus getroffen werden. Der ausgesuchte Hund muss bestmöglich in dein Leben und deine Umstände passen, um dauerhaft ein gutes und glückliches Leben zu haben.

Unsere Hunde, die wir in die Obhut unseres privaten Tierheims bzw. in die Klinik bringen, kommen größtenteils aus dem staatlichen Tierheim Odai in Rumänien mit einer Anzahl von etwa 750 Hunden, oder werden aus Notsituationen heraus übernommen. Zur Vorgeschichte dieser Hunde wissen wir im Normalfall nichts. Sicher ist, dass sie allesamt ein entbehrungsreiches Leben führen mussten. Viele der Hunde aus dem staatlichen Tierheim Odai wurden von der Straße eingefangen oder von den Besitzern abgegeben.

Die wenigsten von ihnen haben jemals ein Haus von innen gesehen. Aus diesem Grunde ist vieles - was für uns selbstverständlich ist - komplett neu für sie. Treppen steigen, durch Türen gehen, auf verschiedenen Untergründen laufen (bspw. glatte Bodenbeläge), Haushaltsgeräusche, alleine bleiben oder Auto fahren, um ein paar Beispiele zu nennen, kennen die Hunde vermutlich nicht. Wahrscheinlich sind sie auch nicht stubenrein. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sie anfangs auf alles Neue ängstlich, unsicher und schreckhaft reagieren. Man sollte keine allzu großen Erwartungen an die Hunde stellen, sondern sie behutsam an den Lebensalltag gewöhnen. Manche Hunde fühlen sich schnell Zuhause, andere brauchen Wochen oder Monate um richtig anzukommen.

Unsere Hunde werden von unseren Partnern in Rumänien nach bestem Wissen und Gewissen beschrieben. Zu berücksichtigen ist, dass sich die Einschätzungen auf das Sozialverhalten gegenüber Artgenossen und Menschen beschränken, ein Verhalten, dass sie im Zwinger bzw. der Rudelhaltung im Freilauf zeigen. Wie sich die Hunde unter komplett neuen Lebensbedingungen verhalten werden, können wir nicht vorhersagen.

Jeder Hund bringt seine Geschichte mit, die ihn geformt hat. Er braucht Zeit und Geduld, um Schritt für Schritt in seinem neuen Leben anzukommen.

Es sollte bei Problemen die Bereitschaft bestehen, sich Unterstützung von einem, mit Tierschutzhunden erfahrenen Hundetrainer zu holen.

Wir vermitteln unsere Hunde nur an Personen oder Familien, die ausreichend Zeit zur Verfügung haben.

Bei einer möglichen Vermittlung entscheiden wir immer im Interesse des Hundes. Es geht uns darum, einen geeigneten Platz zu finden, nicht möglichst schnell zu vermitteln. Bitte bedenke, dass es für einen Hund sehr schwer ist, wenn er nach kurzer Zeit wieder abgegeben wird und eine weitere Enttäuschung verkraften muss.

Da wir zum Verhalten gegenüber Kindern keine verbindlichen Angaben machen können, haben wir uns entschieden, unsere erwachsenen Hunde nicht in Familien mit Kleinkindern zu vermitteln. Zudem wird auch der Zeitfaktor hinsichtlich der Kinder und einem neuen Hund oftmals unterschätzt. Das Risiko, dass es nicht funktioniert und der Hund das Zuhause wieder verlassen muss, möchten wir damit vermeiden.

Um herausfinden zu können, ob der ausgesuchte Hund zu dir passt, fülle zunächst die Selbstauskunft aus.

Selbstauskunft:

Mit diesem Fragebogen gehen wir auf viele wichtige Aspekte - die Hundehaltung betreffend - ein. Die Fragen können zudem hilfreich für dich sein, um verschiedene Punkte eingehend zu bedenken, an die du vielleicht im Vorfeld noch gar nicht gedacht hast. Wir werden uns nach Erhalt der Selbstauskunft per E-Mail mit dir in Verbindung setzen und einen Termin zu einem ausführlichen Telefongespräch vereinbaren, bei dem du auch Gelegenheit hast, all deine offenen Fragen zu stellen. Wenn sich beide Seiten vorstellen können, dass Mensch & Hund zusammenpassen, werden wir eine Vorkontrolle bei dir Zuhause organisieren.

Vorkontrolle:

Die Vorkontrolle wird durch ein ehrenamtliches Mitglied unseres Vereins oder eines befreundeten Tierschutzvereins in deiner Nähe durchgeführt. Dabei möchten wir dich persönlich kennenlernen und uns einen Eindruck verschaffen, ob die Umgebung und die Haltungsbedingungen für den jeweiligen Hund geeignet sind. Ebenso möchten wir den Termin nutzen um über wichtige Themen zur Übernahme und der Zeit der Eingewöhnung aufzuklären. Bestimmt hast du ebenfalls noch einige Fragen, die wir besprechen können.

Übergabevertrag:

Wenn dann alles passt und grünes Licht gegeben wurde, wird ein Übergabevertrag zwischen StreunerBlicke e.V. und dir, als neuen Halter des Hundes abgeschlossen. Dieser regelt die wesentlichen Punkte zur Haltung. Er besagt u.a., dass mit dem Tier weder Handel noch Zucht betrieben werden darf. Der Hund darf nicht an Dritte verkauft oder weitergegeben werden. Sollten veränderte Lebensumstände die Haltung des Tieres nicht mehr ermöglichen, muss das Tier an StreunerBlicke e.V. zurückgegeben werden.

Schutzgebühr:

Die Schutzgebühr beträgt 390 Euro und muss mit dem Vertrag vor dem Transporttermin bei uns eingegangen sein. Bei der Schutzgebühr handelt es sich nicht um einen Kaufpreis. Als gemeinnütziger Verein verdienen wir nichts an der Vermittlung unserer Hunde. Mit dieser Gebühr kann meist nur ein Teil der zuvor entstanden Kosten abgedeckt werden. Sollte dennoch etwas von der Schutzgebühr übrigbleiben, wird dieses Geld wieder in Zwecke des Tierschutzes investiert. Folgende Kosten können anfallen:

  • Impfungen
  • Wurmkuren
  • Floh-/ Zeckenmittel
  • Mikrochip inkl. Implantierung
  • EU-Heimtierausweis
  • Kastration (soweit es das Alter zulässt)
  • Bluttests
  • Transportkosten
  • Futter
  • Unterbringungskosten
Dazu können Kosten für sonstige medizinische Behandlungen kommen.

Außerdem dient die Schutzgebühr dazu, dass ein Hund nicht spontan oder unüberlegt angeschafft wird. Man muss sich dessen bewusst sein, dass ein Hund laufende Kosten verursacht und im schlimmsten Fall auch mal deutlich mehr kosten kann- sei es aufgrund eines Unfalls oder einer nicht vorhersehbaren Krankheit. Ebenso sollen Tiere in unserer „Wegwerfgesellschaft" eine höhere Wertigkeit erhalten.

Einreise nach Deutschland:

Unsere Hunde werden mit einem speziell eingerichteten und für Langstrecken zugelassenen Fahrzeug mittels Landtransport nach Deutschland gebracht.

Als seriöser Tierschutzverein transportieren wir unsere Hunde mit TRACES. TRACES ist eine einheitliche, europaweite Datenbank mit der die Tiertransporte innerhalb der EU und aus Drittländern verfolgt werden können. Die Informationen werden elektronisch an die Veterinärbehörden der jeweiligen Länder übermittelt. Dies bedeutet, dass alle Transporte angemeldet sind, inkl. genauer Route und Zwischenstopps. Unsere Hunde werden vor der Ausreise aus Rumänien tierärztlich durchgecheckt und für reisetauglich befunden. Mit TRACES soll unseriösem Handel, tierschutzwidrigen Transportbedingungen, sowie der Einschleppung von Seuchen und Krankheiten entgegengewirkt werden.

Die dazugehörigen Papiere werden dir bei der Übergabe mit dem EU-Pass ausgehändigt und sind für eventuelle Kontrollen durch das Veterinäramt aufzubewahren.

Alle unsere Hunde reisen geimpft (Tollwut, Staupe, Parvovirose, HCC, Leptospirose, Zwingerhusten), gechipt, entwurmt, auf Mittelmeerkrankheiten getestet (mittels Schnelltest SNAP 4Dx, ab dem 13. Lebensmonat), kastriert (wenn es das Alter zulässt) und mit einem EU-Heimtierausweis.

Es werden einige Haltepunkte entlang der Transportstrecke in Deutschland angefahren. Wir werden den für dich günstigsten Haltepunkt auswählen und dich über die geplante Ankunftszeit informieren. Bitte habe Verständnis, falls es aufgrund der langen Transportstrecke dennoch zu Verspätungen wegen Staus, etc. kommen kann.

Am Haltepunkt wird ein Mitglied von StreunerBlicke e.V. anwesend sein und dir bei der Übergabe und Sicherung deines Hundes helfen.

Die richtige Sicherung:

Ab der Übergabe ist Sicherheit das oberste Gebot. Unsere Hunde sind doppelt zu sichern, d.h. mit Sicherheitsgeschirr und Zugstopp-Halsband.

Wichtig: Bitte beachte unser Infoblatt „Die richtige Sicherung – das A und O für dein neues Familienmitglied"

Nachkontrolle:

Bei der Nachkontrolle überzeugen sich die Tierschützer, ob die Vermittlung zur Zufriedenheit aller Beteiligten geklappt hat.

Reisekrankheiten:

Bitte beachte unsere Informationen zu den Reisekrankheiten.

Die Inkubationszeit beträgt teilweise mehrere Monate, deshalb empfehlen wir den neuen Besitzern etwa 6 Monate nach der Einreise einen Test auf die wichtigsten Krankheiten bei ihrem Tierarzt durchführen zu lassen.

Bei der Übernahme eines Welpen oder Junghundes empfehlen wir den neuen Besitzern im Alter von ca. 1 Jahr bei ihrem Tierarzt in Deutschland einen Test auf die wichtigsten Krankheiten machen zu lassen.

Giardien:

Hier findest du nähere Informationen.

 
Wir stehen selbstverständlich auch über die Vermittlung hinaus gerne zur Seite und freuen uns immer über Fotos, Videos und Berichte unserer ehemaligen Schützlinge.

 

 

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